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Arbeitskreis Migration

Veranstaltung "Integration durch Bildung"

Der Vorsitzende des Arbeitskreises Migration und Kreistagsabgeordneter Murat Polat lud für den Mittwoch den 23.11.2011 Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Migrationshintergrund zu einer Infoveranstaltung zum Thema „Integration durch Bildung“ ein.
Es haben neben Herrn Thomas Weber vom Staatlichen Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis, Frau Schermbach vom Koordinationsbüro der Stadt Wetzlar, Schullehrer, Elternvertreter, Vereinsmitglieder der Migranten, Schüler, Bürger mit und ohne Migrationshintergrund, sowie Herr Rühl von der WNZ und Herr Schäfer vom Jugendnetzwerk an der Veranstaltung teilgenommen.
Murat Polat teilte mit, dass das Bildungswesen die soziale und kulturelle Integration fördert und für alle Kinder traditionell eine Schlüsselfunktion für das Gelingen der sozialen und kulturellen Integration in die Gesellschaft ist. Ferner sind erfolgreiche Schulkarrieren relevante Indikatoren für den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft und einer gelungenen Miteinander. Wie bereits in der PISA-Studie zu entnehmen ist, zeigt dass in Deutschland der Bildungserfolg wie in kaum einem anderen Land von der Herkunft abhängt. Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Verhältnissen und aus Zuwandererfamilien sind besonders benachteiligt.
Besonders skeptisch äußerten sich Teilnehmer über Chancengleichheit in den Schulen des Lahn-Dill-Kreises. Auch eine Mini-Studie, die das Arbeitskreis Migration der SPD im Lahn-Dill-Kreis machte, belegte ausdrücklich, dass Migrantenschüler bei ähnlichen Leistungen, wesentlich weniger Empfehlung zur weiterführenden Schulen bekommen, als jene, die keinen Migrationshintergrund haben.
Zum Thema Muttersprachlicher Unterricht an Schulen, äußerte sich der Vertreter der Interessengemeinschaft Türkeistämmiger Eltern der Eichendorfschule Herr Tsemaloglu sehr unzufrieden, da man in dieser Schule den Türkischunterricht auf den Nachmittag verschoben habe und so viele Schwierigkeit haben, ihre Kinder zusätzlich um noch einen Nachmittag in die Schule zu schicken. So nehme die Attraktivität allmählich ab, ob überhaupt due Kinder zur Türkischunterricht zu schicken.

Folgende Themen wurden ebenfalls angesprochen:
- Türkischlehrer aus der Türkei oder Hessen
- Türkischunterricht nicht als Schule der Türkei unterrichten
- Türkischunterricht =Wahlpflichtfach zur als Fremdsprache
- Nach neuer Rechtslage ist Türkischunterricht = Wahlfach wie Arbeitsgemeinschaft
- Ethik = Pflichtfach für alle Kinder, die kein Reli haben
Herr Weber teilte mit, dass das Schulamt nach Hess. Rechtslage handelt und entsprechende Planstellen nicht zusätzlich besetzen kann. Der Muttersprachliche Unterricht kann somit nicht parallel zur Religionsunterricht gestaltet werden, da zu dieser Unterrichtszeit der Unterrichtsfach Ethik unterrichtet wird, welches auch auf eine Anfrage eines Teilnehmers, als Pflichtfach für alle Schüler teilgenommen werden muss. Er besagte auch, dass die türkische Republik durchaus mit eigenen Mitteln eine Planstelle für den Türkischunterricht kostentechnisch aufkommen kann, damit dieser Bereich weiterhin abgedeckt werden kann.
Zu diesem Thema haben sich später einige Veranstaltungsteilnehmer als wichtiger angesehen, wenn es keinen Türkischunterricht mit Verbindung zur Türkei stattfinden soll, stattdessen wäre man zufriedener, wenn es eher einen türkischen Fremdsprachenunterricht als Wahlpflichtfach gibt, wo jeder die zweite Fremdsprache nach Belieben aussuchen kann.
Ein weiterer Punkt war nach dem Wunsch, dass die Schulen künftig keine Entscheidungen über Migrantenkindern nicht ohne den Einbezug derer Eltern bzw. Elternvertreter treffen. Hier mangelt es angeblich an einer effektiven Zusammenarbeit zwischen der Schule, Lehrerschaften und Eltern der Kinder mit Migrationshintergrund.
Im späteren Teil der Veranstaltung hat man sich in einer lockeren Atmosphäre neben den leckeren Essen und Getränken untereinander und auch mit Herrn Weber vielmehr über Problematiken und Chancenungleichheiten an den Schulen gesprochen. Hier konnten Schüler in eigener Erfahrung über Probleme mit Herrn Weber und der AK Migration der SPD unterhalten.
Zu später Abend merkten die Teilnehmer, dass der Herr Weber mit seinem Engagement nicht nur den Menschen an dieser Veranstaltung zu Klärung verhalf, sondern auch diesen Menschen an Herz gewachsen ist.
Herr Weber bedankte sich ebenfalls für die Einladung an zu so einer wichtigen Veranstaltung und teilte mit, dass er auch in Zukunft gerne weiter zur Zusammenarbeit bereit wäre.